Sag ja. Mach etwas Verrücktes. Und lande in einem Schloss

Zeg ja. Doe gek. En beland in een kasteel

Liebe Leser,

Mein Name ist Irma. Ich bin 28 Jahre alt und wie wahrscheinlich die meisten von euch, bin ich ein Geschichts-Nerd. 

Meine Liebe zur Geschichte begann schon als kleines Kind. Ich liebte die Geschichten, die mir erzählt wurden. Über andere Zeiten, über Dinge, Menschen, Kriege und Schlachten oder Orte, die ich mir nur zu gerne ausmalte. Daher kommt auch meine Leidenschaft für das Schreiben von Geschichten. Am schönsten fand, und finde ich immer noch, so einen Ort zu besuchen. Etwas Physisches berühren zu können. Mich in die Atmosphäre und Geschichte eintauchen zu können. Ich fühle mich auch an diesen Orten zuhause. Also ist es nur selbstverständlich, dass ich einen Lebenstraum habe: Eines Tages mein eigenes Schloss zu besitzen.

Foto: Marius Bruijn

Meine Eltern sagen dann, dass ich reich heiraten soll. Mit einem Mann, der sehr klug ist und viel Geld hat. Dann sage ich ‘’nein, ihr müsst mich ermutigen, reich zu werden’’. 

Zum Glück bin ich, wenn ich ein Ziel habe, ein ziemlich unaufhaltsamer Wirbelwind. Einen Traum zu haben, hält mich ehrgeizig, es gibt mir ein Ziel.

Was mache ich also beruflich, um so reich zu werden, fragst du dich? Ich arbeite in der Gastronomie... in einem Museumsrestaurant als Küchenmitarbeiterin. Das hast du sicher schon geahnt, haha. Ein Mädchen mit einem großen Traum, aber einem bescheidenen Budget. 

Nachdem ich die HAVO verlassen hatte, habe ich die Ausbildung zur Maskenbildnerin gemacht. Leider nicht abgeschlossen. Aber ich habe dadurch viele Kontakte geknüpft und enorm viel gelernt. Danach habe ich räumliche Gestaltung studiert. Die Ausbildung war hauptsächlich auf kommerzielle Räume ausgerichtet. Aber ich hatte schnell für mich entschieden, dass ich mich auf historische Gestaltung spezialisieren wollte. Hier begann für mich der Stein wirklich ins Rollen zu kommen. 

Ich habe mein erstes Praktikum bei der Stiftung Schloss Radboud in Medemblik gemacht. Hier habe ich verschiedene Aufgaben übernommen. Aber ich durfte auch einen Teil einer Ausstellung entwerfen und realisieren. Jackpot, dachte ich. Hier habe ich so viel gelernt. Zum Beispiel, dass Poolnudeln nicht das praktischste Material sind, um ein Display-Boot zu bauen. Auch wenn die richtige Absicht vorhanden war. Also, diesen Lebensrat kannst du kostenlos mitnehmen. Am Ende stand etwas, worauf ich mega stolz war. 

Foto: Madeleine Vliegendhart

Nachdem mein Praktikum vorbei war, bin ich dort als Gastgeberin geblieben. Aber ich habe das Schloss auch von innen und außen kennengelernt.

In meinem letzten Jahr habe ich 2 Praktika absolviert. Das erste war im Museum des 20e Jahrhunderts in Hoorn. Hier habe ich an einer Ausstellung über Kinderfernsehen mitgearbeitet. Auch viele bizarre Momente erlebt. So habe ich die Perücke von Pipo de Clown gekämmt. Meine Hand in die Puppe von Paulus de boskabouter gesteckt. Und die echten Bärenboot-Bären auf ein nachgemachtes Bärenboot gesetzt. Und ja, ich habe sogar ein Selfie mit den echten Moffel und Piertje gemacht. Lassen Sie das mal sacken, eine neuere Art von Geschichte. 

Das zweite Praktikum war wieder bei Schloss Radboud. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits vollständig in die Radboud-Familie integriert. Ich durfte eine Bibliothek entwerfen. Dies war während der Corona-Zeit. Also habe ich, während alle zu Hause saßen, Entwürfe im Büro gemacht. Die Ideen gepitcht und später selbst realisiert. Schleifen, malen, entwerfen. Am Ende war ich mega stolz. 

Ich war völlig fasziniert vom Schlossleben. Also habe ich mir andere Aufgaben ausgedacht. So habe ich Kissen gemacht und bestickt, die jetzt dort auf den Fensterbänken liegen. Ich habe Storytelling auf zwei spezielle Stühle angewendet, die Kissen haben, die ich bestickt habe. Wer hätte gedacht, dass man mit Kissen eine ganze Geschichte erzählen kann.

Bei Radboud habe ich echte Ritter kennengelernt. Ein Mann in einer Rüstung hat eine ganz andere Art von Anziehungskraft. Aber auch Menschen, die professionelle Mittelalterdarsteller sind. Also stand plötzlich meine Traumkarriere vor mir. Eine Wahl, von der ich nicht einmal wusste, dass sie existiert. 

Als ich einmal meinen Abschluss hatte, brauchte ich wirklich einen Job. So bin ich im Zuiderzeemuseum in der Gastronomie gelandet. Nicht mein Endziel, aber etwas, das mich letztendlich glücklich gemacht hat. Auch entgegen meiner Erwartungen. Ich bin mittlerweile 4 Jahre später sogar nach Enkhuizen gezogen. Eine wunderschöne historische Stadt. 

Während ich in der Gastronomie arbeite, mache ich im Hintergrund historische Dinge. So habe ich bei Schloss Radboud an einem mittelalterlichen Wandteppichprojekt teilgenommen. Hier habe ich mittelalterliches Sticken gelernt. Etwas, das jetzt Teil meines Schaffens ist. Etwas, das ich jetzt als Leidenschaft sehe. So habe ich mit meinen mittelalterlichen Stickereien auf einem mittelalterlichen Jahrmarkt gestanden. Ich durfte Modell für ein Ausstellungsposter stehen. Audiotouren eingesprochen. Auch mache ich viel Content Creation für das Schloss und um Aufmerksamkeit für neues Kulturerbe zu schaffen.

Ich durfte sogar einen Monat lang in einem leeren Schloss wohnen. Natürlich sagte ich sofort ja, als diese Frage gestellt wurde. Aber da lag ich plötzlich. Meine erste Nacht allein in einem großen Schloss, während der Sturm draußen all diese Geräusche machte, bei denen man sich fragt, ob es Geister sind oder der Wind. Yikes. Aber diese Erfahrung war letztendlich sehr besonders und ich würde es sofort wieder tun. 

Letztendlich kam sogar ein Angebot, in einem anderen Schloss zu wohnen. Aber das musste ich leider ausschlagen, weil ich keine doppelte Miete zahlen konnte. All diese Chancen kommen von meinen Kontakten. Weil ich zeige, was meine Leidenschaft ist. Weil ich keine Angst habe, meine Träume laut auszusprechen. Aber vor allem, weil ich keine Angst habe, aus meiner Komfortzone herauszutreten. 

Derzeit koordiniere ich in meiner Freizeit ein neues Projekt auf Schloss Radboud. Wir machen mittelalterliche Kleidung für alle Freiwilligen. Ich rolle von einem ins andere. Auch, weil ich oft selbst Initiative zeige. Selbst mit Ideen komme. 

So bin ich auch zu Celticwebmerchant gekommen. Eine Anzeige in den sozialen Medien. Sie suchten Modelle. Obwohl ich mir sehr bewusst war, dass ich kein Victoria's Secret Engel bin, habe ich mich trotzdem angemeldet. Mach mal was Verrücktes, wie wir manchmal sagen. Und siehe da, Wochen später hörte ich etwas. Ob ich für ein Shooting vorbeikommen wollte. Und oh ja, ob ich offen dafür wäre, ein menschliches Opfer zu sein. Ich war von der Frage besonders fasziniert und sagte ja. 

Jetzt bin ich hier. Um einige Shootings und großartige Erfahrungen reicher. Mit einer anderen Art von Selbstvertrauen. Neue liebe Freunde und eine Lebenslaufnotiz, von der ich nie gedacht hätte, dass ich sie haben würde. Alles in allem bin ich sehr glücklich mit all diesen Erfahrungen. Es gibt mir Ruhe, Selbstvertrauen und Hoffnung auf ein glücklicheres Leben. Ich bin stolz auf mich selbst für alles, was ich erreicht und getan habe. Auch wenn ich nervös oder ängstlich war. Also ist mein Rat, sage einmal ja. Mach mal was Verrücktes. Sei das menschliche Opfer in deinem ersten Fotoshooting. Man weiß nie, wohin etwas führt…

Foto: Marius Bruijn

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